Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein e.V. (AKENS)

Der AKENS ist ein Zusammenschluss von HistorikerInnen, LaienforscherInnen und zeitgeschichtlich interessierten Personen. Ihm gehören über 190 Mitglieder in Schleswig-Holstein, Hamburg, dem übrigen Bundesgebiet und dem Ausland an (Stand Winter 2016).

Der AKENS wurde 1983 von Detlef Korte und anderen in Kiel gegründet (Heft 1, 12 Jahre AKENS, 20 Jahre AKENS) und 1994 ins Vereinsregister eingetragen. Er entstand aus dem Bedürfnis, die Erforschung der nationalsozialistischen Herrschaft in Schleswig-Holstein zu intensivieren und lokale Projekte miteinander bekannt zu machen. Der AKENS bietet allen an der historischen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit Interessierten ein gleichberechtigtes Forum, um Arbeitsergebnisse zu präsentieren und Forschungsfragen zu diskutieren.

Der AKENS tritt für die nachhaltige Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein ein. Dazu gehören auch dessen Vorgeschichte und seine Konsequenzen für die Zeit nach 1945. Der Forschungsstand zu diesem Gebiet war lange Zeit außerordentlich schlecht, weil die politische und historische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus systematisch vernachlässigt, behindert oder gar unmöglich gemacht wurde.

Dafür gibt der AKENS die „Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte“ (ISHZ) heraus, die jährlich in einem Umfang von 160 bis 300 Seiten erscheinen und kostenlos an alle Mitglieder sowie diverse Bibliotheken, Archive und Gedenkstätten verschickt werden. Ergänzend veröffentlicht er in der Reihe "ISHZ-Beihefte" umfangreichere Aufsätze zur Zeitgeschichte Schleswig-Holsteins.

In den Jahren 2003/2004 hat der AKENS auf dem ehemaligen Gelände des „Arbeitserziehungslager Nordmark“ am Kieler Russee aus Mitteln der Europäischen Union und der Stadt Kiel einen Gedenkort eingerichtet. Durch die Herausgabe einer Dokumentation, der Präsens im Internet und Rundgänge um das ehemalige Lagergelände unterstützen wir eine Kultur der Erinnerung an das historische Geschehen, dem mindestens 600 Menschen zum Opfer fielen.

Der AKENS ist Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft Schleswig-Holsteinischer Gedenkstätten und unterstützt die Erinnerungsarbeit von Initiativen vor Ort (u.a. Initiative Stolpersteine in Lübeck, Spurensuche Pinneberg, AK zum Todesmarsch aus dem Konzentrationslager Hamburg-Fuhlsbüttel ins „Arbeitserziehungslager Nordmark“).

Der AKENS betrachtet seine Arbeit zugleich als Beitrag gegen Neonazismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.